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Leptopterna dolabrata (Linnæus, 1758) -- Graswanze} Leptopterna dolabrata -  1. Fund (Fundortfoto)
Leptopterna dolabrata - 1. Fund (Fundortfoto)



 

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Schlüsselwörter:

Squamata, Anguidae, Schuppenkriechtiere, Schleichen, Anguis, fragilis, Linnæus, 1758, Blindschleiche, Deutschland, Sachsen, Zschorlau

 

Anguis fragilis - 3. Fund

 
Daten Anguis fragilis - 3. Fund

 

Anguis fragilis -  3. Fund
Anguis fragilis -  3. Fund
   

Funddaten:

Gefunden in Deutschland (Sachsen)

Bei Schneeberg, im Waldgebiet „Wolfgangmaßen“ bei Zschorlau und Burkhardtsgrün.

(585 m Höhe NN)

 

Größe:

 

 

Funddatum:

06.09.2003

 

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Die Blindschleiche (Anguis fragilis) ist eine Echsenart innerhalb der Familie der Schleichen (Anguidae). In Mitteleuropa gehrt sie zu den am hufigsten vorkommenden Reptilien. Mit ihrem beinlosen, langgestreckten Krper gleicht sie einer Schlange und wird auch oft fr eine solche gehalten. Dieses Missverstndnis spiegelt sich sogar im wissenschaftlichen Gattungsnamen wider, den ihr Carl von Linn gegeben hat (lateinisch anguis = ?Schlange?; das Artepitheton fragilis bedeutet ?zerbrechlich?). Wichtige Unterscheidungsmerkmale zu den Schlangen sind das leichte Abbrechen des Schwanzes, sowie das fr alle Schleichen typische Vorhandensein von beweglichen Augenlidern und ueren Gehrffnungen, wenn auch letztere durch Schuppen verdeckt sind.

Ein anderer verbreiteter Irrtum ist, dass die Blindschleiche gem der Artbezeichnung blind sei. Der deutsche Name wird aber auf das Althochdeutsche plintslcho zurckgefhrt, was nach allgemeiner Auffassung so viel wie ?blendender/blinkender Schleicher? bedeutet und sich auf das Glnzen der glatten Schuppenhaut sowie die typische Fortbewegung beziehen drfte. Andere, heute nicht oder kaum mehr gebruchliche Bezeichnungen lauten Haselwurm und Hartwurm.

Die Blindschleiche wurde von der Deutschen Gesellschaft fr Herpetologie und Terrarienkunde zum Reptil des Jahres 2017 gekrt.

Die Blindschleiche hat einen langgestreckten, im Querschnitt kreisrunden Krper ohne Extremitten und erreicht eine Gesamtlnge von 45 bis maximal 57,5 cm.[1] Die grten Exemplare finden sich dabei im Osten und Sden des Verbreitungsgebietes. Im Mittel sind die meisten zu beobachtenden Erwachsenen etwa zwischen 35 und 40 cm lang. Der recht kleine, hohe Kopf geht unvermittelt in den Rumpf ber. Auch der in einer hornigen Spitze endende Schwanz ist nicht vom Rumpf abgesetzt und oft etwas lnger als dieser. Dadurch, dass die Tiere ihren Schwanz an mehreren Sollbruchstellen leicht abwerfen knnen, haben allerdings nicht wenige vorgefundene Exemplare keinen vollstndig erhaltenen Schwanz mehr. Anders als bei Echten Eidechsen wchst nach einer Autotomie der Schwanzabschnitt auch nicht nach; es bildet sich nur ein sehr kurzer, halbkugeliger Stumpf. In manchen Populationen hat mehr als die Hlfte der Erwachsenen keinen vollstndigen Schwanz mehr. Fr feldbiologische Krpermessungen wird daher die Kopf-Rumpf-Lnge ? von der Schnauzenspitze bis zur Kloake ? bevorzugt. Die Kloake hat bei der Blindschleiche einen quergestellten Spalt.

Die Hautoberflche besteht aus glatten, runden bis sechseckigen, sich dachziegelartig berlagernden Hornschuppen, die ober- und unterseits des Krpers etwa gleich geformt sind. Auch an der Bauchseite sind davon mehrere Lngsreihen vorhanden und die Schuppen sind dort nur geringfgig kleiner als auf der Rckenseite. In der Rumpfmitte umfasst eine Querreihe 24 oder 26 Schuppen. Insgesamt weist der Rumpf 125 bis 150 Schuppenquerreihen und der Schwanz noch einmal 130 bis 160 Reihen auf. Unter den Schuppen befinden sich Knochenplttchen (Osteoderme), wodurch sich Blindschleichen viel steifer und plumper kriechend fortbewegen als Schlangen. Die Kopfbeschuppung hnelt der von Eidechsen; die den Kopf nach hinten begrenzenden Pileus-Schilde sind relativ gro. Die Ohrffnungen sind allerdings meistens ganz unter den Schuppen verborgen. Die relativ kleinen Augen haben bewegliche, verschliebare Lider (bei Schlangen sind diese verwachsen) und runde Pupillen. Die eher kurze Zunge ist breit-zweilappig und luft nicht in feine Spitzen aus. Zum Zngeln, also zur Aufnahme von Geruchsstoffen, mssen Blindschleichen das Maul etwas ffnen, da sie keine Oberlippenlcke wie die Schlangen haben. Die spitzen, teilweise recht lose sitzenden Zhnchen sind nach hinten gekrmmt; im Zwischenkiefer befinden sich davon 7 bis 9, im Oberkiefer 10 bis 12, im Unterkiefer 14 bis 16.

Die Extremitten sind vollstndig zurckgebildet; lediglich bei den Embryonen sind zunchst noch vordere Beinrudimente nachweisbar, die aber spter verschwinden. Bei den erwachsenen Tieren weisen nur kleine Reste eines Schulter- und Beckengrtels an der Wirbelsule auf die phylogenetische Abstammung von beintragenden Vorfahren hin.

Im ?Jugendkleid? haben Blindschleichen eine sehr kontrastreiche Farbgebung und Zeichnung. Auf der silberweien oder goldgelben Oberseite verluft vom Hinterkopf ? dort verbreitert oder gegabelt ? bis zur Schwanzspitze eine schwarze Linie (?Aalstrich?; manchmal kann dieser auch unterbrochen sein oder ganz fehlen). Die Flanken sind ebenso wie die Bauchseite schwarz und damit scharf von der Oberseite abgesetzt. Mit zunehmendem Alter kann sich das Schwarz in graue, blaue oder brunliche Tne aufhellen. Die Iris ist bei den Jungtieren dunkelbraun.

Die Krper der erwachsenen Tiere haben eine variable Grundfrbung aus oberseits Braun-, Grau-, Gelb-, Bronze- oder Kupfertnen. Diese Grundfrbung ist durchsetzt mit mehr oder weniger deutlichen dunklen Punkten und Linien oder auch zeichnungslos. Manchmal weisen sie zudem den dorsalen Aalstrich der Juvenilphase auf, wobei sich dieser nun verbreitert hat. An den Seiten finden sich oft vier bis sechs dunkle Lngsstreifen, die wiederum miteinander verschmelzen knnen und eine farbliche Trennung zwischen der Rckenseite und den Flanken bewirken. Die Bauchseite ist bleigrau bis schwarz. Aufgrund vielfltiger Punkt- und Linienzeichnungsmuster wurden diverse Varietten der Blindschleiche beschrieben und benannt; diese haben aber taxonomisch keine Bedeutung. Eine Besonderheit ist das Auftreten blau getpfelter Individuen; fast immer sind dies ltere mnnliche Tiere. Auch Melanismus und andere Farbanomalien kommen bei der Art hin und wieder vor. Die Iris adulter Blindschleichen ist rtlichgelb.

Eine Unterscheidung von Mnnchen und Weibchen ist anhand mehrerer Merkmale mglich, aber nicht in allen Fllen eindeutig. Als primres Geschlechtsmerkmal verfgen die Mnnchen ber ausstlpbare Hemipenes. Auch ist ihr Kopf etwas breiter und hat grere Pileus-Schilde. Unter den lngsten und schwersten Blindschleichen finden sich dagegen berwiegend weibliche Tiere. Bei trchtigen Weibchen zeichnet sich der verdickte Rumpf gegen den Schwanz ab. Hinsichtlich der Frbung fllt auf, dass Weibchen in vielen Fllen eher die Kennzeichen der Jugendfrbung behalten, also den Aalstrich auf der Rckenmitte, die scharfe Farbgrenze an den Flanken und die dunkle Unterseite. Bei den Mnnchen ist der Farbkontrast zwischen der Oberseite und der (weniger dunklen) Unterseite dagegen oft nicht so stark ausgeprgt; sie wirken dadurch gleichmiger gefrbt. Auch hat eine Mehrheit von ihnen keinen dorsalen Aalstrich mehr.

Die Art hat ein westpalarktisches Verbreitungsgebiet, das den grten Teil Europas und Bereiche von Vorderasien umfasst. Frhere Angaben ber Vorkommen in Nordwestafrika werden inzwischen angezweifelt und sollen auf Verwechslungen mit anderen beinlosen Echsenarten beruhen. Es besteht beim Areal der Blindschleiche eine recht groe bereinstimmung mit der Vegetationszone sommergrner Laub- und Mischwlder der gemigten Zone. Innerhalb Europas gibt es ausgedehnte Verbreitungslcken nur in Irland, dem Sden der Iberischen Halbinsel, auf den Mittelmeerinseln und im italienischen Apulien, in Nordskandinavien, im Nordosten des europischen Teils von Russland und an der Nordseite des Schwarzen Meeres. Im Osten reicht das Areal bis ber den Ural bis zum Tobol nach Sdwestsibirien und zum Nordwestrand von Kasachstan. Entlang der Sdkste des Schwarzen Meeres verluft ein schmales Verbreitungsband durch die Trkei bis in den gesamten Kaukasus. Ein offenbar disjunktes kleines Teilareal befindet sich an der Sdkste des Kaspischen Meeres im Nordiran.

(Quelle: Wikipedia  )

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