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Iguana iguana (Linnæus, 1758) -- Grüner Leguan} Iguana iguana -  5. Fund, mit einem Dryas iulia auf dem Kopf
Iguana iguana - 5. Fund, mit einem Dryas iulia auf dem Kopf



 

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Schlüsselwörter:

Lepidoptera, Pieridae, Schmetterlinge, Weißlinge, Leptidea, sinapis-Komplex, Linnæus, 1758, Senfweißling, Tintenfleck-Weißling, Österreich, Tirol, Pertisau

 

Leptidea sinapis-Komplex - 2. Fund

 
Daten Leptidea sinapis-Komplex - 2. Fund

 

Leptidea sinapis-Komplex -  2. Fund
Leptidea sinapis-Komplex -  2. Fund
Leptidea sinapis-Komplex -  2. Fund
 

Funddaten:

Gefunden in Österreich (Tirol)

Am „Achensee", am Uferweg zwischen Pertisau und der „Gaisalm“.

(956 m Höhe NN)

 

Größe:

 

 

Funddatum:

29.06.2009

 

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Der Senfweiling, auch Tintenfleck-Weiling oder Leguminosen-Weiling, ist ein Artkomplex dreier nah verwandter Tagfalter-Arten aus der Familie der Weilinge (Pieridae). Bis 1989 wurden alle Populationen der Art Leptidea sinapis (Linnaeus, 1758) zugeordnet. Dann wurde erkannt, dass es sich um einen Komplex zweier kryptischer Arten handelt, die verlsslich nur anhand der Begattungsorgane unterscheidbar sind. Die neu erkannte Art wurde Leptidea reali Reissinger, 1989 genannt (Synonym: Leptidea lorkovicii Ral, 1988). 2011 stellte sich heraus, dass auch das, was vorher L. reali genannt wurde, in Wirklichkeit einen Komplex aus zwei Arten darstellt, die morphologisch berhaupt nicht unterscheidbar sind, sondern nur anhand ihrer DNA-Sequenz[1]. Die dritte Art wurde als Leptidea juvernica Williams, 1946 abgetrennt. Whrend L. sinapis und L. juvernica weit verbreitet sind und auch in Mitteleuropa vorkommen, ist L. reali auf ein kleines Areal in Sdwesteuropa beschrnkt.

Der Senfweiling ist ein eher kleiner Weiling mit einer Flgellnge von 19 bis 24 Millimeter. Krper und Flgel sind berwiegend wei beschuppt. Zeichnung und Frbung unterscheiden sich zwischen den Geschlechtern (Sexualdimorphismus) und auch zwischen den Generationen (Saisondimorphismus). Beim Mnnchen sind die Flgeloberseiten reinwei mit einem schwarzen Fleck auf der Spitze der Vorderflgel. Dieser ist in der ersten Generation grer und reicht meist bis zum Flgelrand. In der zweiten Generation ist er in der Regel kleiner, aber intensiver gefrbt und rund, wobei er nicht den Rand erreicht. Beim Weibchen ist der Fleck weitgehend reduziert, meist sind an der Flgelspitze einige schwarze Schuppen untergemischt, die aber seltener auch vllig fehlen knnen (als var. erysimi bezeichnet). Die Flgelunterseite ist ausgedehnt grnlichgelb beschuppt und trgt oft unklare, unscharf begrenzte etwas dunklere Flecken oder Binden. Der Kolben der Fhler ist in beiden Geschlechtern berwiegend schwarz gefrbt. Die Spitze ist unscharf begrenzt kastanienbraun mit einem klar erkennbaren, weien Fleck auf der Unterseite. Die Falter sitzen normalerweise immer mit zusammengeklappten Flgeln.

Leptidea sinapis und L. juvernica (+ L. reali) weisen bei den Mnnchen der ersten Generation einen gewissen Unterschied in der Ausprgung des schwarzen Apikalflecks im Vorderflgel auf[2]. Der Vorderrand des Flecks ist (bei typischer Ausprgung) bei L. juvernica eher konkav (Fleck am Flgelrand mit einem schwarzen Balken nach vorne verlngert), bei L. sinapis eher konvex (Fleck am Flgelrand durch einen zur Spitze zeigenden weien Streifen eingezogen). Oft ist L. juvernica insgesamt etwas dunkler gezeichnet als L. sinapis. Diese Merkmale sind aber nur statistisch und werden erst beim Vergleich grerer Serien erkennbar. Einzeltiere sind anhand der Zeichnung nicht sicher bestimmbar.

Die sichere Unterscheidung von L. sinapis und L. juvernica/L. reali ist nur anhand der mnnlichen und weiblichen Begattungsorgane mglich. Die mnnlichen sind in eine sklerotisierte Kapsel eingeschlossen. Der Aedeagus von L. sinapis ist deutlich krzer (nie ber 1,74 Millimeter) als derjenige der beiden anderen Arten (lnger als 1,82 Millimeter)[3]. Dem entspricht beim Weibchen ein krzerer Ductus bursae; dieser besteht bei der Gattung aus einer einfachen Rhre, die nach oben schwach aufgeweitet ist.

Die anderen Leptidea-Arten sind morphologisch ebenfalls sehr hnlich und schwer unterscheidbar. In Mitteleuropa ist hier nur der stliche Senfweiling, Leptidea morsei (Fenton, 1881), zu bercksichtigen, der im uersten Osten von sterreich (Burgenland und Osten von Niedersterreich und Steiermark), in Tschechien und der Slowakei vorkommt. Diese Art lebt, zumindest im Gebiet, vermutlich monophag an der Schwrzenden Platterbse (Lathyrus niger)[4].

Bemerkenswerterweise erwies sich die Art L. sinapis bezglich ihrer Chromosomenzahl als nicht stabil[5]. ber das Verbreitungsgebiet konnte eine genetische Kline mit 2n=106 in Spanien bis 2n=56 in Kasachstan nachgewiesen werden. Dabei war die Chromosomenzahl auch innerhalb einzelner Populationen ungleich. Sogar einzelne Individuen erwiesen sich als chromosomal heterozygot. Die Meiose war dadurch nicht beeintrchtigt.

Die Eier sind gelblichwei gefrbt, lngsrippig und spindelfrmig. Die Raupen der Arten sind leuchtend grn gefrbt. Auf der Rckenmitte ist ein breites, etwas dunkler gefrbtes Band auszumachen. Seitlich sind Rumpf und Hinterleib durch eine schmale, abgesetzte gelbliche Linie gezeichnet. Die drei Arten sind im Raupenstadium nicht unterscheidbar.

Die berwinterung erfolgt als Grtelpuppe an einem Stngel. Die Puppen sind ockergelb und tragen einen rotgelben Seitenstreifen. Nach Friberg sind die Schwesterarten im Puppenstadium unterscheidbar[6]. Demnach sind die Antennen der Puppe bei L. sinapis berwiegend wei, mit einer deutlichen rosa gefrbten Mittellinie. Bei L. juvernica sind sie berwiegend rosa mit undeutlich begrenzten weien Aufhellungen zum Rand hin.

Leptidea sinapis und Leptidea juvernica sind palarktisch verbreitet: Sie kommen von Westeuropa bis in den Osten Chinas vor. Leptidea reali ist hingegen auf ein Areal beschrnkt, das den Norden der Iberischen Halbinsel und Sdwestfrankreich und den Sden Italiens umfasst[1]; die genaue Verbreitung dieser Art ist aufgrund der erst krzlich erfolgten Abspaltung unzureichend bekannt. Die beiden anderen Arten kommen fast in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet gemeinsam (sympatrisch) vor, unterscheiden sich aber meist lokal in der Wahl des Mikrohabitats. Auf den Britischen Inseln soll L. juvernica auf Irland beschrnkt sein[7], whrend L. sinapis auch in England vorkommt[8]. Die Verbreitung beider Arten ist z. B. in sterreich[9] den Niederlanden[10] oder Polen[11] untersucht worden. Fr Deutschland ist die Verbreitung unzureichend bekannt. Im Prinzip ist im gesamten europischen Verbreitungsgebiet, einschlielich des sdskandinavischen Raums, vom Vorkommen beider Arten auszugehen.

In greren Teilen Europas wird von einem mehr oder weniger auffallenden Rckgang der bekannten Populationen von L. sinapis berichtet, oft von einer Arealexpansion von L. juvernica begleitet (z. B. in Polen). In England gilt L. sinapis als bestandsbedroht und ist Gegenstand eines Artenhilfsprogramms[12]. In Deutschland ist die Sammelart in Sddeutschland verbreitet, aber nicht hufig, sie wird nach Norddeutschland hin seltener und fehlt im Bereich der Nordseekste vllig. In Baden-Wrttemberg ist der Bestand rcklufig, aber die Art nicht gefhrdet[13]. In Bayern wird sie in der Vorwarnliste gefhrt.[14]

(Quelle: Wikipedia  )

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