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Cerithium vulgatum (Bruguière, 1792) -- Gemeine Hornschnecke} Cerithium vulgatum -  3. Fund
Cerithium vulgatum - 3. Fund



 

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Schlüsselwörter:

Coleoptera, Coccinellidae, Käfer, Marienkäfer, Adalia, bipunctata, Linnæus, 1758, Zweipunkt-Marienkäfer, Deutschland, Hessen, Oberselters

 

Adalia bipunctata - 3. Fund

 
Daten Adalia bipunctata - 3. Fund

 

Adalia bipunctata -  3. Fund
Adalia bipunctata -  3. Fund
   

Funddaten:

Gefunden in Deutschland (Hessen)

Bei Oberselters, am Wegesrand am „Hubertushof", in der Nähe der ICE-Strecke.

(239 m Höhe NN)

 

Größe:

 

 

Funddatum:

26.06.2004

 

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Der Zweipunkt-Marienkfer oder nur Zweipunkt (Adalia bipunctata) ist ein Kfer aus der Familie der Marienkfer (Coccinellidae).

Zweipunkte werden 3,5 bis 5,5 Millimeter lang. Der Krper ist oval, allerdings eher rund als lnglich. Die Beine sind schwarz. Die Fhler sind recht kurz und verdicken sich am Ende leicht. Bei der Frbung gibt es zwei Varianten, die in keiner Weise etwas mit Geschlecht oder Alter der Tiere zu tun haben. Die erste Variante hat eine rote Grundfarbe, auf jeder Flgeldecke befindet sich ein schwarzer Punkt. Der Thorax ist gelb und hat einen schwarzen Fleck in der Mitte. Variante Nummer zwei ist fast gnzlich schwarz, doch kann man hier auf jeder Flgeldecke zwei bis drei rote Punkte erkennen. Rund 15 Prozent der Kfer sind so gefrbt. Neben den Genen, spielen auch Umwelteinflsse eine Rolle fr die Frbung der Kfer. Die roten Formen berstehen den Winter besser, dafr sind die schwarzen aktiver beim Fortpflanzen.

Marienkfer gehren zu den wechselwarmen (poikilothermen) Tieren, d. h. ihre Krpertemperatur richtet sich in erster Linie nach der Umgebungstemperatur. Jedoch kann das Licht die Krpertemperatur verndern. Beleuchtet man Marienkfer, steigt ihre Krpertemperatur, da ein Teil des Lichtes absorbiert und in Wrme umgewandelt wird. Schwarz gefrbte Krperteile absorbieren strker als rot gefrbte Krperteile. Bei Beleuchtung liegt die Krpertemperatur der schwarzen Variante ca. 5,5 C, die der roten Variante ca. 3 C ber der Umgebungstemperatur von 18 C. Mit der Krpertemperatur steigt die Stoffwechselaktivitt. Die schwarze Variante hat demnach einen hheren Nahrungsbedarf, um nicht zu verhungern.

Im Winter bedeutet die erhhte Stoffwechselaktivitt einen Nachteil, da schwarze Marienkfer ihre Fettreserven schneller verbrauchen und leichter verhungern als die roten. Whrend der Winterstarre zehren die Marienkfer nmlich von ihren Fettreserven. Im Frhling wachen nun berwiegend rote Individuen aus der Winterstarre auf, da die Wintersterblichkeit aufgrund des hheren Stoffwechsels der schwarzen Form grer als die der roten ist.

Dies ist ein gutes Beispiel fr die natrliche Selektion, als ein gerichteter Prozess, der zu mehr Anpassung der Lebewesen an ihre Umwelt fhrt. Die rote Form der Marienkfer ist rezessiv, die schwarzen, multiplen Allele bestimmen die Ausdehnung der schwarzen Flecken. Bei vernderten Umweltbedingungen knnen sich jedoch die besser angepassten Varianten erfolgreicher fortpflanzen, so dass der Bestand der Population nicht gefhrdet wird (vgl. Fitness (Biologie)). Die Variabilitt bildet eine genetische Reserve fr die Art und hat groe evolutionsbiologische Bedeutung. Jede Population (rot und schwarz) erzeugt mehr Nachkommen, als berleben knnen. Betrachtet man die Hufigkeit der schwarzen und roten Marienkfer, berwiegen jeweils im Frhjahr deutlich die roten Individuen in ihrer Hufigkeit. Hingegen im Herbst dominieren die schwarzen Marienkfer in ihrer Population. Anscheinend haben die schwarzen Individuen in den warmen Monaten bessere Voraussetzungen, sind also ihrer Umwelt angepasster als die roten Marienkfer. Im Winter nimmt die Stoffwechselaktivitt der Marienkfer ab, sie berwintern, indem sie an geschtzten Orten in die Winterstarre fallen und von ihrem im Sommer angelegten Fettvorrat zehren. Ohne die roten Marienkfer mit dem niedrigeren Stoffwechsel, wren die Marienkfer vom Aussterben bedroht (vgl. balancierter Polymorphismus). Die schwarzen Marienkfer haben nmlich ein dominantes Allel im Genotyp, whrend sich die rote Farbe der Flgeldecken im Erbgang rezessiv verhlt. Folglich wchst die Anzahl der schwarzen Marienkfer in den warmen Monaten, in der sie aufgrund ihrer hheren Wrmeabsorption zustzlich noch frher am Tag aktiv sein knnen. Sie erreichen frher die richtige ?Betriebstemperatur? und haben mehr Zeit fr die Fortpflanzung. Die Verschiedenheit der Umwelt, in diesem Fall die Temperatur und die Lichtstrahlung, selektiert die Marienkfer mit unterschiedlichen Flgeldeckenfarben, erhlt oder ?balanciert? also das verschiedengestaltige, polymorphe Merkmal.

Die Kfer sind in Europa und Asien sehr weit verbreitet und wurden auch nach Nordamerika eingefhrt, verbreiteten sich in der Folge auch bis nach Mittelamerika. Sie bewohnen Grten, Wlder und Hecken, kommen im Herbst aber auch in Huser um dort zu berwintern. Wenn man einen im Winter in der Wohnung findet, sollte man ihn an einen kalten Ort (Dachboden) setzen. Frost schadet ihnen nicht. Bleiben sie den Winter ber im Warmen, sterben sie. Normalerweise findet die berwinterung unter Rinde und Moos statt.

Adalia bipunctata gehrte mit Coccinella septempunctata zu den beiden hufigsten Marienkferarten in Europa, doch sind ihre Bestnde seit der Einschleppung der invasiven Art Harmonia axyridis besonders stark zurckgegangen.[1][2] Adalia bipunctata verfgt im Gegensatz zu Harmonia axyridis ber keine Immunabwehr gegen die von dieser in der Hmolymphe beherbergten Mikrosporidien. Nach Einschtzung der Entomologen Jens Esser von der Entomologischen Gesellschaft ORION und Werner Schulze vom Naturschutzbund Deutschland steht die Art in Deutschland vor dem Aussterben.[3]

Die tagaktiven Tiere krabbeln rege auf Blttern umher, auf denen sie nach Blattlusen und Blattflhen suchen, daher sind sie fr den Grtner sehr ntzlich. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier auf eine Pflanze, die sich meist in der Nhe einer Blattlaus-Kolonie befindet. Die Larven leben und ernhren sich hnlich wie die ausgewachsenen Tiere. Die Puppen hngen meist an der Unterseite eines Blattes. Aus den Puppen schlpfen die vollstndig entwickelten Kfer.

Bei der Fortpflanzung dieser Tiere gehen berraschenderweise 80 bis 90 Prozent weibliche Nachkommen hervor. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass das auf symbiotische Bakterien zurckzufhren ist, die in den Geschlechtszellen der Weibchen leben. Diese frdern bevorzugt die Vereinigung zweier X-Chromosomen und somit die Zeugung eines Weibchens. Weiter haben Forscher von der University of Western Australia in Perth 2005 herausgefunden, dass die Adalia bipunctata aufgrund ihrer Promiskuitt ein hohes Risiko eingehen, sich mit einer Geschlechtskrankheit zu infizieren. Dabei knnen ber 90 Prozent der Marienkfer einer Kolonie im Laufe eines Sommers infiziert werden.

Nach dem berwintern beginnen Marienkfer im Frhjahr, sich fleiig zu paaren. Alle zwei Tage wechseln die Kfer dabei ihre Partner und gehren so zu den paarungsfreudigsten Insekten. Beim Geschlechtsakt wird jedoch auch die Milbe Coccipolipus hippodamiae bertragen, die weibliche Marienkfer unfruchtbar macht. Allerdings geschieht dies erst drei Wochen nach dem Befall, und so bleibt noch genug Zeit zur Eiablage.[4][5]

(Quelle: Wikipedia  )

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