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Lymnaea stagnalis (Linnæus, 1758) -- Spitzhorn-Schlammschnecke} Lymnaea stagnalis - 12. Fund
Lymnaea stagnalis - 12. Fund



 

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Schlüsselwörter:

Sorbeoconcha, Caenogastropoda, Hydrobiidae, Kammkiemer, Wasserdeckelschnecken, Zwergdeckelschnecken, Potamopyrgus, antipodarum, Gray, 1843, Neuseeländische, Deckelschnecke, Deutschland, Hessen, Hofen

 

Potamopyrgus antipodarum - 1. Fund

 
Daten Potamopyrgus antipodarum - 1. Fund

 

Potamopyrgus antipodarum -  1. Fund
Potamopyrgus antipodarum -  1. Fund
Potamopyrgus antipodarum -  1. Fund
Potamopyrgus antipodarum -  1. Fund

Funddaten:

Gefunden in Deutschland (Hessen)

In einem Kanal an der „Hofener Mühle“ zwischen Hofen und Schadeck.

(144 m Höhe NN)

 

Größe:

1,9 x 2,0 x 4,4 mm

 

Funddatum:

03.08.2008

 

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Die Neuseelndische Zwergdeckelschnecke (Potamopyrgus antipodarum) ist eine in Swasser und Brackwasser verbreitete, kleine Gehuseschneckenart. Ursprnglich in Neuseeland beheimatet, ist sie heute als Neozoon fast weltweit verschleppt worden und auch in Mitteleuropa eine der hufigsten Wasserschneckenarten.

Das Gehuse von Potamopyrgus antipodarum ist in Europa bis etwa drei, maximal fnf Millimeter lang. Ausschlielich in Neuseeland selbst existieren grere Formen bis zwlf Millimeter Lnge. Das langgestreckt ovale, konische Gehuse besteht aus fnf bis sieben Umgngen, die durch eine tiefe Naht gegeneinander abgesetzt sind. Die Mndung ist hochoval und erreicht etwa das 0,4fache der Spindellnge. Die Schale kann hornfarben oder grau, manchmal fast wei gefrbt sein und ist etwas durchscheinend, oft ist sie aber durch organische und anorganische berzge vllig schwarz. Das lebende Tier ist berwiegend wei gefrbt mit wenigen dunklen Flecken oder Bndern. Wie typisch fr Wasserdeckelschnecken, ist das Gehuse der Art rechtsgewunden. Potamopyrgus kann die Gehusemndung durch einen Deckel (Operculum) verschlieen. Der Deckel ist hornfarben, nicht verkalkt und relativ dnn, seine Oberflche zeigt eine spiralig angeordnete Wachstumslinie, das Zentrum (Nukleus) ist etwas aus der Mitte verschoben. Beim aktiven Tier liegt der Deckel auf der Rckenseite des Fues hinter der Mitte, mit der lngeren Seite quer zur Achse des Fues. Der Weichkrper besitzt eine Radula mit sieben Zahnreihen. Innerhalb der Mantelhhle sitzt eine recht groe Kieme (Ctenidium). Am Kopf sitzt ein Paar relativ schmaler Tentakel mit je einem schwarzen Augenfleck nahe der Basis.

Die Gehuseform der Neuseelndischen Zwergdeckelschnecke ist morphologisch hochgradig variabel. Es kommen relativ schlanke, langgestreckte Populationen, daneben andere mit konisch-ovalem, gedrungenem Gehuse vor. Die normalerweise glatte, etwas glnzende Schale kann bei einigen Individuen und Populationen einen Kiel auf der Auenseite der Umgnge tragen, der zustzlich manchmal behaart oder mit Schuppen besetzt ist.

Die Art ist getrenntgeschlechtlich. Auerhalb von Neuseeland berwiegen aber rein weibliche Populationen, mnnliche Tiere werden hier nur sehr selten gefunden. Sie vermehrt sich hier parthenogenetisch. Innerhalb der Wasserdeckelschnecken ist sie die einzige Art, bei der parthenogenetische Fortpflanzung sicher nachgewiesen wurde. Durch diesen Fortpflanzungsmodus sind die Tiere einer Lokalpopulation in der Regel genetisch identische Klone, die sich durch sptere Mutationen nur sehr wenig voneinander unterscheiden. Bei einer Untersuchung in England wurden ganz vereinzelt Individuen mit abweichendem Erbgut angetroffen. Diese sind entweder Abkmmlinge seltenerer, weniger erfolgreicher Klone oder gehen auf die extrem seltene sexuelle Fortpflanzung zurck[1]. Alle europischen Tiere gehren nach ihrer mitochondrialen DNA zu zwei Haplotypen, die sich auf zwei (von insgesamt siebzehn) von der neuseelndischen Nordinsel zurckfhren lassen[2]. Entlang eines Habitatgradienten zeigt sich bereits auf engem Raum eine genetische Kline mit an die jeweiligen Habitatbedingungen angepassten Klonen, z. B. zwischen tieferem und ufernahem Wasser im selben See[3].

Potamopyrgus-Weibchen werden etwa mit einer Gehuselnge von 2,75 bis 3,5 Millimeter geschlechtsreif. Sie legen keine Eier ab, sondern sind lebendgebrend (ovovivipar). Die Eier verbleiben in einer Brutkammer, die aus einer Erweiterung des Ovidukts in der Mantelhhle gebildet ist, die Schnecke setzt spter vollentwickelte kleine Jungschnecken ab. Die Jungtiere bentigen unter gnstigen Bedingungen etwa drei Monate, bis sie selbst Geschlechtsreife erlangen. Bei einer einzelnen Brut knnen 20 bis 120 Jungtiere produziert werden, im Jahr ca. 230. Je nach klimatischen Bedingungen sind bis zu sechs Generationen pro Jahr mglich. Die Tiere werden etwa ein Jahr alt. Die Fortpflanzungsperiode liegt im Sommerhalbjahr.

Neuseelndische Zwergdeckelschnecken ernhren sich, wie bei Schneckenarten generell blich, als Graser, indem sie Algen oder organische berzge mit ihrer Radula abschaben. Sie knnen auch hhere Wasserpflanzen (Makrophyten) oder tote Substanz wie Holz oder Bltter (Detritus) oberflchlich abschaben. Die Art lebt auf Substratoberflchen jeder Art, neben Pflanzen oder Steinoberflchen werden Sand, Lehm oder Schlamm besiedelt. Sie kann in ihrem Lebensraum extrem hohe Besiedlungsdichten erreichen. Auf Seegrund und in langsam flieenden Fliegewssern wurden nicht selten bis zu mehreren Hunderttausend Individuen pro Quadratmeter gefunden. Bei solchen Massenvorkommen scheint die gesamte Substratoberflche aus Schnecken zu bestehen. In kalten und nhrstoffarmen Gewssern werden weitaus geringere Besiedlungsdichten erreicht. Die Art vermag aber auch Quellen und Quellbche erfolgreich zu kolonisieren, sie bevorzugt aber eindeutig organisch verschmutzte und gestrte Gewsser. Ihr Saprobienindex von 2,3 zeigt in Fliegewssern Bevorzugung von mig bis kritisch belasteten Gewssern an (Gewssergteklasse II bis II-III)[4]. Die Vorzugstemperatur liegt etwa bei 18 C, oberhalb von etwa 24 C findet keine Fortpflanzung mehr statt. Die Schnecken sind nicht frosthart und sterben bereits bei Wassertemperaturen von etwa 2 C fast vollstndig ab. Sie fehlen deshalb in temporren Gewssern. Ungnstigen Bedingungen entgeht sie, indem sie sich ins Sediment eingrbt. Die Art bentigt fr ihr Gehuse Calciumgehalte des Wassers von mindestens 2 mg/l, zur erfolgreichen Fortpflanzung eher 4 mg/l. Sie fehlt in sauren Gewssern und vermag pH-Werte unterhalb 6 nur sehr kurze Zeit zu tolerieren.

Die Art besiedelt in Neuseeland stehendes und flieendes Swasser. Sie ist aber euryhalin und kann dauerhaft in Brackwasser leben und sich dort fortpflanzen. So lebt sie z. B. verbreitet in Flussmndungen (stuaren) und am Gewssergrund der gesamten Ostsee[5]. Sie vermag bei niedrigen Temperaturen in reinem Meerwasser lngere Zeit zu berleben, kann sich hier aber nicht fortpflanzen. Swasser- und brackwasserbewohnende Tiere reprsentieren verschiedene Klone, Tiere aus Swasserpopulationen gehen ein, wenn sie in salziges Wasser transferiert werden. Brackwasser-adaptierte Formen zeigen bei 5 Promille Salzgehalt gute Wachstumsraten, eine Fortpflanzung ist bis etwa 15 Promille mglich.

Ursprngliche Heimat der Art ist Neuseeland (Nord- und Sdinsel), wo weitere Arten der Gattung leben[6]. Sie wurde von dort, vermutlich mit Trink- oder Ballastwasser von Schiffen, noch im 19. Jahrhundert nach Grobritannien verschleppt. Hier trat sie zunchst nur in Flussmndungen und Hafenstdten auf, breitete sich aber rapide weiter aus und besiedelt heute Gewsser aller Art und Lage. hnlich frh wurde sie nach Australien verschleppt. Der erste deutsche Nachweis, gleichzeitig der erste in Kontinentaleuropa, erfolgte 1887 an der Ostseekste[5]. Die Art besiedelte nach und nach fast das gesamte kontinentale Europa, blieb aber in der Mittelmeerregion eher selten und wurde erst spt auch auf der Balkanhalbinsel gefunden (2004 in Bulgarien[7], 2007 in Griechenland[8]).

Die Art wird ber Ballastwasser von Schiffen weiterhin weltweit verbreitet. So erfolgten erst nach 2000 Einschleppungen auch nach Japan[9], 2009 in den Irak[10]. Erster nordamerikanischer Nachweis war 1987 im Snake River, Idaho[11]. Seitdem hat sie sich mit rasender Geschwindigkeit ausgebreitet. Heute besiedelt sie ein groes Areal im Westen der USA. Ein zweites Besiedlungszentrum existiert im Bereich der Groen Seen, es geht nach genetischen Analysen auf eine unabhngige Einschleppung zurck. Da in Nordamerika, anders als in Europa, zahlreiche endemische Hydrobiidenarten im Swasser vorkommen, wird hier durch die Einschleppung die Gefahr des Aussterbens dieser Arten durch Verdrngung befrchtet.

Potamopyrgus antipodarum wurde von John Edward Gray nach neuseelndischen Tieren als Amnicola antipodarum erstbeschrieben. Spter wurde sie durch William Stimpson (unter dem Namen Melania corolla Gould, 1847, einem jngeren Synonym) in die neue Gattung Potamopyrgus gestellt. In Unkenntnis davon beschrieb Edgar Albert Smith die Art nach Tieren, die er in der Themse-Mndung in England gefunden hatte, ein zweites Mal als Hydrobia jenkinsi. Die Art wurde spter noch zahlreiche Male in verschiedenen Regionen neu beschrieben, z. B. in Australien als Paludina nigra. Die Identitt aller dieser Formen mit der neuseelndischen Art wurde erst 1988 durch W.F. Ponder nachgewiesen[12]. In lteren Artikeln aus Europa und Australien ist die Art daher unter den synonymen Namen erwhnt. Die Identitt wurde durch molekulare Studien besttigt[13].

(Quelle: Wikipedia  )

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