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Pelecanus onocrotalus (Linnæus, 1758) -- Rosapelikan} Pelecanus onocrotalus -  1. Fund
Pelecanus onocrotalus - 1. Fund


 

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Arion vulgaris (Moquin-Tandon, 1855) -- Spanische Wegschnecke



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Arion vulgaris - 1. Fund

Arion vulgaris (Moquin-Tandon, 1855) -- Spanische Wegschnecke


 
       





 

Die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris,[1] Syn.: Arion lusitanicus auct. non Mabille, 1868), auch Kapuzinerschnecke,[2] Groe Wegschnecke oder Lusitanische Wegschnecke[3] genannt, ist eine Nacktschnecke. Die Art gilt als wirtschaftlich bedeutsamer Schdling in der Landwirtschaft und wird auch in Haus- und Nutzgrten schdlich.

Die Spanische Wegschnecke erreicht im ausgewachsenen, geschlechtsreifen Zustand eine Krperlnge von etwa 7 bis maximal 12 bis 15 Zentimetern. Geschlechtsreife Individuen sind, wie viele Schnecken, Hermaphroditen, besitzen also voll ausgebildete und funktionstchtige weibliche und mnnliche Geschlechtsorgane. Sie besitzt die typische Krpergestalt der Wegschnecken (Familie Arionidae) mit einem ovalen Mantel, der nur das vordere Drittel des Krpers einnimmt; unter diesem sitzt in der vorderen Hlfte auf der rechten Seite das Atemloch (Pneumostom). Die Farbe der Individuen ist hoch variabel, es kommen hell braune, orange, dunkel braune bis fast schwarze, rtlich gefrbte und hell gelbe Individuen vor, sie ist anhand der Frbung nicht von den anderen, je nach Auffassung ca. 50 anderen Arten der Gattung Arion unterscheidbar. Eine grobe Zuordnung ist anhand der Frbung der Jungtiere mglich: Diese sind hufig gelblich mit jeweils einem dunklen Lngsband auf jeder Krperseite;[4] dieses Farbmuster tritt auch bei den verwandten Arten auf, ist aber bei diesen seltener.

Eine abgesicherte Bestimmung der Art ist nur an abgetteten und prparierten Individuen mglich und auch dann schwierig und in Zweifelsfllen unsicher. Fr wissenschaftliche Zwecke werden heute hufig genetische Methoden wie DNA Barcoding eingesetzt. Zur Unterscheidung, vor allem von der Schwarzen Wegschnecke Arion ater und der Roten Wegschnecke Arion rufus, ist eine Prparation des Genitaltrakts notwendig. Bei Arion vulgaris ist die Ligula, eine lippenfrmige Einschnrung des erweiterten, ueren Genitaltrakts (Atrium) deutlich grer als bei Arion ater. Sie ist, hnlich wie bei Arion rufus asymmetrisch c-frmig, aber beide Kanten sind lnger und dnner als bei dieser.[5] Auerdem ist bei Arion vulgaris das Atrium breiter und nicht durch eine ringfrmige Einschnrung zweigeteilt, auch der vordere (anteriore) Abschnitt des Ovidukts ist merklich breiter.[6] Da offensichtlich alle drei Arten Hybride miteinander bilden knnen, die in der Merkmalsausprgung untypisch, oder intermedir sein knnen, ist eine abgesicherte Bestimmung nur fr Spezialisten mglich. Auerdem ist mglicherweise mit weiteren, unter Umstnden noch nicht beschriebenen Kryptospezies zu rechnen.[7][8][9] Die anderen, verwandten Arten treten allerdings, soweit bekannt, selten in landwirtschaftlichen Kulturen oder in Grten auf, sie sind hufiger in Wldern anzutreffen.

Die Spanische Wegschnecke erscheint in der Literatur unter dem wissenschaftlichen Namen Arion vulgaris, eingefhrt 1858 von Alfred Moquin-Tandon und Arion lusitanicus, eingefhrt 1868 von Jules Franois Mabille. Arion lusitanicus ist eine in der Serra da Arrbida (in der Nhe von Lissabon /Portugal) endemische Art.[10] Der Name wurde, zuerst 1956, irrtmlich auf die Art angewendet, die sich in Mitteleuropa auszubreiten begann und zunchst in Frankreich und der Schweiz auftrat.[11][12] Erst 1997 wurde durch eine neue Untersuchung der portugiesischen Tiere erkannt, dass diese in ihren Merkmalen deutlich von den im brigen Europa verbreiteten abweichen, sie also nicht zur selben Art gehren knnen. Fr die in Europa weit verbreiteten Tiere wurde 1999[13] bzw. 2002[14] vorgeschlagen, den Namen Arion vulgaris zu verwenden. Diese bis dahin kaum beachtete Art war 1855 aus Westfrankreich beschrieben worden und galt bis dahin als Synonym. Dieser Vorschlag hat sich durchgesetzt (obwohl einige Autoren skeptisch bleiben, da die Zuschreibung nicht auf Typmaterial dieser Art basiert). Der Trivialname ?Spanische Wegschnecke?, der auf die irrtmliche Gleichsetzung zurckgeht, war aber inzwischen weit verbreitet und wird weiter verwendet, obwohl es inzwischen unwahrscheinlich erscheint, dass Spanien tatschlich die Urheimat dieser Art war.

Die Art wurde zuerst in den 1950er Jahren in einer Reihe von west- und zentraleuropischen Lndern als neuartiger Schdling festgestellt. Seitdem hat sie sich weiter nach Osten und nach Norden hin ausgebreitet. Da Nacktschnecken offensichtlich ber eine sehr beschrnkte natrliche Ausbreitungsfhigkeit verfgen, ist die schnelle Ausbreitung nur ber Verschleppung mittels menschlicher Transporte erklrbar. Es erscheint den Daten nach sehr wahrscheinlich, dass die Art ursprnglich ein relativ kleines Verbreitungsgebiet besa, aus dem sie sich mit menschlicher Hilfe ausbreitete. Die ersten Hinweise auf neuartige Vorkommen stammen aus England (1954), Frankreich (1955) und der Schweiz (1956). Den Beginn der Ausbreitung anhand dieser Angaben zu rekonstruieren ist aber schwierig, da die Art mglicherweise lngere Zeit bersehen oder mit einer anderen verwechselt worden sein knnte. Daher wird versucht, die Geschichte der Ausbreitung anhand genetischer Marker zu rekonstruieren.

Bei der natrlichen Ausbreitung einer Art ist zu erwarten, dass die jungen Populationen am Rande des Verbreitungsgebiets genetisch relativ uniform sind. Die grte Diversitt der Allele ist in der Heimatregion zu erwarten, in der sich die Art ber sehr lange Zeitrume evolvierte. Neue Populationen gehen gewhnlich auf die Einwanderung weniger Individuen zurck, die als genetischer Flaschenhals wirkt, da die wenigen Grnderindividuen nur einen kleinen Teil der Allele tragen und weitergeben knnen. Neu begrndete Populationen sollten darber hinaus keine (oder nur wenige) eigene Allele und Mikrosatelliten tragen, ihre genetische Variabilitt sollte einen Ausschnitt derjenigen der Quellpopulation darstellen. Bei einer Untersuchung im Jahr 2013 wurde eine genetische Struktur ermittelt, die von diesen Annahmen abweicht, woraus auf eine schon im Ursprung sehr weite Verbreitung, mit Zentrum eher in Zentral- als in Westeuropa, geschlossen wurde.[8] Bei einer spteren Untersuchung mit noch mehr Individuen und Herknften wurde eine relativ geringe genetische Variabilitt innerhalb der Art und eine schwache, aber nachweisbare Korrelation der genetischen Struktur mit der geographischen Verbreitung festgestellt, wobei die Populationen im Westen und Sdwesten der Verbreitung ein wenig vielfltiger waren. Die insgesamt geringe genetische Variabilitt ist typisch fr neu eingeschleppte und dadurch junge Populationen. Nach Ansicht dieser Autoren ist danach eine Heimat im Westen, aber auerhalb der Iberischen Halbinsel, mglicherweise in Sdwest-Frankreich, am wahrscheinlichsten. Diese ist aber nicht sicher nachgewiesen.[9] Demnach ist die Art in Zentraleuropa wahrscheinlich, aber nicht mit letzter Sicherheit, ein Neozoon.

Die Schnecke breitet sich als Neozoon derzeit weiter nach Norden und Osten hin aus. Da die Lage und Gre des Ursprungsareals unsicher ist (vgl. den vorhergehenden Abschnitt) kann die Ausbreitung in Westeuropa nicht sicher rekonstruiert werden. Die Art fehlt aber bis heute im grten Teil der Iberischen Halbinsel, die wenigen Nachweise, die inzwischen aus Nordspanien vorliegen[9] werden auch als wahrscheinlich auf eine jngere Ausbreitung zurckgefhrt.

In Deutschland wurde sie erstmals auf der deutschen Rheinseite, gegenber von Basel, von G. Schmid 1969 gefunden.[15] Danach wurde die Spanische Wegschnecke in Deutschland hufiger gefunden. Bereits 1980 besiedelte sie weite Teile von Sddeutschland. Erstnachweise in Ostdeutschland sind deutlich jnger, mglicherweise bedingt durch den verminderten Transport und Warenaustausch ber die innerdeutsche Grenze. In Thringen stammen erste Beobachtungen 1987 und 1989 aus Hausgrten, eine strkere Ausbreitung erfolgte erst in den 1990er Jahren.[16] In sterreich wurde die Spanische Wegschnecke erstmals 1972 entdeckt.[17] Allerdings drfte sie schon wesentlich frher eingeschleppt und bis dahin bersehen worden sein, denn schon ein Jahr spter verursachte sie in weiten Teilen des Weinviertels und des Marchfeldes in Grten massive Schden.[3] Bereits 1960 wurden erste Exemplare in der Schweiz und 1965 in Italien gefunden. 1991 wurde die Spanische Wegschnecke erstmals in Dnemark und 1996 in Polen gesichtet. Im sdschwedischen Schonen war sie bereits 1975 angekommen, in Sdnorwegen 1988 und in Sdfinnland 1990.[18][19]

Nordosteuropa wurde von der Art erst in den 2000er Jahren erreicht. Erstnachweise liegen vor fr die Ukraine 2008, fr Estland 2009, Lettland 2010, Rumnien 2012, Litauen 2013.[20]

Bei feuchtwarmem Wetter kann die Vermehrung der Spanischen Wegschnecke extreme Ausmae annehmen. So wurden im Sommer 2007 in Grobritannien bis zu 1.000 Exemplare pro m gezhlt. Sie ist mittlerweile die hufigste Nacktschnecke[21] und eine der hufigsten Schneckenarten in Deutschland, mit bis zu 12 Exemplaren pro m Kulturflche.[22]

Quelle: WikipediaQuelle: Wikipedia

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