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Lithoglyphus naticoides (Pfeiffer, 1828) -- Fluß-Steinkleber} Lithoglyphus naticoides -  4. Fund (Fundortfoto)
Lithoglyphus naticoides - 4. Fund (Fundortfoto)


 

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Fam. Drilidae (Blanchard, 1845) -- Schneckenhauskäfer


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Drilus spec. (Olivier, 1790) -- Schneckenhauskäfer (4)
Schneckenhauskäfer

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Die Schneckenhauskfer (Drilini) sind eine Tribus in der Unterfamilie Agrypninae der Familie der Schnellkfer (Elateridae). Die Gruppe stand bis zur Reklassifikation durch Kundrata & Bocak (2011) im Familienrang, wobei die Verwandtschaftsverhltnisse bis zuletzt als unklar galten. Weltweit sind etwa 90 Arten in vier Gattungen bekannt.[1][2] In Europa kommen 16 Arten vor,[3] in Mitteleuropa sind es mit Drilus concolor und Drilus flavescens nur zwei.[4]

Die mnnlichen Kfer sind 2,4 bis 10,8 Millimeter lang. Sie haben einen mig sklerotisierten, langgestreckten, dorsoventral abgeflachten, parallelrandigen bis hinten leicht verbreiterten Krper. Sie sind entweder dunkelbraun bis schwarz gefrbt (Gattung Paradrilus, die meisten Arten der Gattung Drilus und manche der Gattung Selasia), oder hellbraun bis gelb (die meisten Arten der Gattung Selasia). Selten haben sie krftig rot gefrbte Krperteile (Gattung Malacogaster). Der Krper der Tiere ist sprlich, hufig lang und mig aufrecht behaart. Das Pronotum und die Deckflgel (Elytren) glnzen manchmal und haben eine feine bis grobe, dichte Skulpturierung. Der Kopf trgt nach unten gerichtete (hypognathe) Mundwerkzeuge. Er ist klein und nur wenig in den Prothorax eingezogen. Inklusive der Facettenaugen ist er nahezu gleich breit wie das Pronotum am Vorderrand. Bei manchen Gattungen ist er vorne verlngert. Die Einlenkungen der Fhler sind weit voneinander getrennt und befinden sich seitlich vorn am Kopf. Sie sind von oben betrachtet kaum zu sehen. Die elfgliedrigen Fhler sind krftig und erreichen etwa ein Drittel der Lnge der Deckflgel. Sie verjngen sich zu ihrer Spitze hin. Bei der Gattung Paradrilus sind sie fadenfrmig, bei den Gattungen Drilus und Malacogaster sind sie stark gezhnt bis fcherfrmig, bei der Gattung Selasia sind sie fcherfrmig mit sehr langen Lamellen. Das erste Fhlerglied (Scapus) ist birnenfrmig, etwas asymmetrisch und krftig gebaut. Das zweite bis vierte Fhlerglied ist in seiner Lnge unterschiedlich ausgebildet, die darauffolgenden Glieder werden jedoch zur Fhlerspitze hin zunehmend krzer. Smtliche Glieder sind mit mig dicht, aufrecht beflaumt. Die halbkugelfrmig hervortretenden Facettenaugen befinden sich seitlich am Kopf. Die Frontoclypealnaht fehlt, die vordere Kante des Frontoclypeus ist konkav. Das Labrum ist vorne membrans und trgt an der Spitze lange Setae. Die Mandibeln sind lang, schlank und deutlich gekrmmt. Sie besitzen am Innenrand bei manchen Arten einen mittigen Zahn. Die Maxille besitzt verwachsene Kauladen (Galea, Lacinia). Die Maxillarpalpen sind klein und viergliedrig. Das Labium liegt quer und besitzt keine Ligula. Die Labialpalpen sind klein und viergliedrig. Das Pronotum ist flach und trgt hat bei manchen Arten eine glnzende Oberflche auf der Scheibe. Die Rnder sind immer fein bis grob punktfrmig strukturiert. Die Punktierung ist entweder am Rand dicht und zur Mitte hin zunehmend lockerer, oder sie ist berall ungefhr gleichmig. Das Pronotum ist mittig 1,22 bis 1,45 Mal breiter als lang, wobei sich die breiteste Stelle im vordersten Drittel befindet. Selten ist es basal am breitesten. Das Schildchen (Scutellum) ist klein und an der Spitze einfach abgerundet. Die Deckflgel sind abgeflacht und nahezu parallelrandig oder hinten leicht verbreitert, wobei sich der breiteste Teil im apikalen Drittel befindet. Sie sind 2,20 bis 2,90 Mal lnger als an der Schulter breit. Sie glnzen und sind sprlich bis dicht, fein aufrecht beflaumt. Lngsrillen fehlen, maximal sind sie sehr schwach, unregelmig in Lngslinien punktiert. Die Hinterflgel sind bei den Mnnchen aller Arten voll entwickelt; es gibt niemals brachyptere oder aptere Individuen. Das Apikalfeld der Flgel ist sehr kurz und trgt anterior ein oder zwei schrg liegende Sklerite und ein weiteres Sklerit posterior. Die Radialzelle ist gro und weist einen etwas spitzen posterobasalen Winkel auf. Die Querader R3ist sehr lang und verluft schrg. Das Medialfeld trgt zwei oder drei frei liegende Flgeladern und keine zweite Cubitoanalzelle (WC). Die Beine sind schlank und leicht abgeflacht. Die Hften (Coxen) sind deutlich getrennt, die Schenkelringe (Trochanter) sind krftig. Die Schienen (Tibien) tragen apikal keine Dornen. Die Tarsen bestehen aus fnf schlanken Tarsengliedern. Die Klauen sind einfach. Der Hinterleib trgt sieben Ventrite (bauchseitige Sklerite). Der Aedeagus ist von dreilappigen Typ und hat eine feine, sichelfrmige Basis und trgt normalerweise basal Fortstze. Der Phallus ist lang, in der Regel lnger als die Paralere. Er ist basal am breitesten und manchmal deutlich gekrmmt.[1]

Die adulten Weibchen sind 13 bis 35 Millimeter lang und haben ein larvenhnliches Aussehen mit langgestrecktem (Gattungen Drilus, Malacogaster) oder krftig gebautem Krper (Selasia). Der Krper ist dorsoventral leicht abgeflacht, hat parallele Seitenrnder (Drilus), oder ist hinten deutlich verbreitert (Selasia). Die Cuticula ist weich und bei der Gattung Drilus schwach, bei Selasia mig sklerotisiert. Sie sind gelblich braun bis dunkelbraun gefrbt. Ihr Kopf ist klein und hat nach vorne gerichtete (prognathe) Mundwerkzeuge. Er ist etwas breiter als lang und etwa halb so breit wie der Prothorax. Die kleinen, flachen Facettenaugen liegen seitlich. Die Fhlereinlenkungen sind unauffllig und weit voneinander getrennt. Die krftigen, fadenfrmigen, zehngliedrigen Fhler sind kurz und etwa so lang wie der Kopf. Der birnenfrmige Scapus ist krftig und etwas asymmetrisch. Das zweite Fhlerglied (Pedicellus) ist krzer. An der Spitze der Fhler sind die Glieder bei der Gattung Drilus sehr klein und schmal. Die Mandibeln sind lang, schlank und deutlich zur Spitze hin gekrmmt. Sie tragen am Innenrand einen Zahn. Sowohl Maxillar-, als auch Labialpalpen sind klein und haben sehr schlanke Basalglieder. Das vorletzte Glied ist breiter als lang, das letzte ist zugespitzt. Die Segmente des Thorax sind larvenfrmig gebaut und etwas schmaler als die des Hinterleibs. Beide Flgelpaare fehlen vollstndig. Die Beine sind hnlich wie bei den Mnnchen gebaut, aber krzer. Die Hften sind weit getrennt und die Klauen sind gepaart. Der Hinterleib hat neun sichtbare Segmente, wobei das breiteste sich im hintersten Drittel befindet. Das letzte, neunte Segment ist viel kleiner und schmaler als die brigen.[1]

Die Larven haben einen langgestreckten, leicht abgeflachten und manchmal leicht C-frmig gekrmmten Krper. Bis auf das letzte Larvenstadium besitzen alle Larven eine auffllige Behaarung aus langen Setae, insbesondere am Rcken des Hinterleibs. Auerdem haben die Larven der Gattungen Malacogaster und Drilus stark sklerotisierte und pigmentierte Tergite und etwas weniger stark sklerotisierte Ventrite. Am Kopf sind die Mundwerkzeuge nach vorne gerichtet. Der Kopf ist sklerotisiert, kurz und teilweise in den Prothorax zurckgezogen. Auf beiden Seiten befindet sich je ein Punktauge (Ocellus). Ihr Labrum ist mit der Kopfkapsel verwachsen. Die Fhler sind dreigliedrig, wobei sich der Bereich mit den Sinnesrezeptoren am vorletzten Segment befindet, das krzer ist als das letzte. Die Mandibeln sind schmal, sichelfrmig und basal weit getrennt. Ihre Spitzen sind leicht nach oben gekrmmt und sie weisen Kanle zum Saugen an der Beute auf. Die Maxillarpalpen sind viergliedrig, die Labialpalpen zweigliedrig. Die Larven besitzen einen dichten, haarigen proralen Filter. Der Prothorax besitzt nahezu parallele Seitenrnder, verbreitert sich nach hinten aber geringfgig. Er ist fast so lang wie Meso- und Metathorax zusammen. Die Beine sind fnfgliedrig, wobei die Prtarsen zwei spachtelfrmige Setae tragen.[1]

Auf den Hinterleibssegmenten befinden sich seitlich gut entwickelte Fortstze an den Tergiten und Pleura, die lange Setae tragen. Am ersten bis achten Hinterleibssegment sind Stigmen ausgebildet, die eine Doppelffnung besitzen. Am neunten Tergit befindet sich ein Paar krftiger, unbeweglicher Urogomphi, die zahlreiche gut entwickelte Setae besitzen und zugespitzt enden. Das zehnte Hinterleibssegment bildet ein saugnapffrmiges Pygopodium. Leuchtorgane sind nicht ausgebildet. Im letzten Larvenstadium ist der Krper der Larven stark C-frmig gekrmmt und der Krper verjngt sich von hinten nach vorne stark. Setae sind dann bei den Gattungen Malacogaster und Drilus auf den Rcken des zweiten bis zehnten Hinterleibssegments beschrnkt, die restliche Krperoberflche ist glatt, unsklerotisiert und hell gefrbt. Nur auf den hinteren Teilen des Rckens am Hinterleib sind die Larven in diesem Stadium mig sklerotisiert. Die seitlichen Fortstze an den Tergiten und Pleura sind stark zurckgebildet und tragen nur kurze Setae. Auch die Mandibeln sind stark zurckgebildet, ebenso die Beine, die auch weniger sklerotisiert sind als bei den vorhergehenden Stadien und denen die Klauen fehlen. Am neunten Tergit befinden sich zwei Paar unbeweglicher, gut sklerotisierter Urogomphi, das zehnte Hinterleibssegment ist etwas zurckgebildet.[1]

Die meisten Gattungen und Arten treten im Mittelmeerraum auf, wobei das Vorkommen der Gattung Paradrilus auf die eiszeitlichen Rckzugsgebiete auf der Iberischen Halbinsel beschrnkt ist. Die Gattungen Drilus und Malacogaster treten im Mittelmeerraum weit verbreitet auf, nur zwei Drilus-Arten, Drilus concolor und Drilus flavescens, findet man auch nrdlich der Alpen. Die Gattung Selasia ist afrotropisch, auf der Arabischen Halbinsel und auf Sokotra verbreitet.[1]

Schneckenhauskfer besiedeln verschiedene Lebensrume in denen auch terrestrisch lebende Weichtiere leben. In Mitteleuropa sind sie im Flachland oder in niedrigen Bergwldern am hufigsten, im Mittelmeerraum sind sie es von Kstensumpfgebieten bis in hohe Lagen. Die afrotropisch lebenden Arten der Gattung Selasia kommen vor allem in Wldern und buschigen Lebensrumen vor.[1]

Die Larven der Kfer ernhren sich ruberisch von an Land lebenden Weichtieren. Bei adulten Mnnchen ist eine Nahrungsaufnahme nicht dokumentiert. Sie sind tagaktiv, besitzen ihr Aktivittsmaximum aber am Abend vor dem Sonnenuntergang, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch und die Temperaturen niedriger sind. Sie treten im Flachland Sdeuropas ab Ende Mrz auf; in den Berglagen findet man sie bis Ende Juli und sind in der Krautschicht und in der niedrigen Strauchschicht zu finden. Zwar sind die Mnnchen flugfhig, ihr Flug ist jedoch langsam und zgernd, wodurch ihre Ausbreitungsfhigkeit und Mobilitt sehr gering ist. Alle bisher bekannten Weibchen der Gattungen Drilus, Malacogaster und Selasia besitzen keine Flgel und weisen am Thorax und Hinterleib einen larvenhnlichen Krperbau auf. Man findet sie ebenso wie die Larven in leeren Schneckenhusern oder bei der Jagd am Erdboden.

Die Larven der Gattung Drilus[5] und Malacogaster fressen vermutlich in jedem Larvenstadium an einem einzelnen Schneckenindividuum. Dabei gibt es Kferarten mit breitem Beutespektrum, einige scheinen aber auf einzelne Schneckenarten oder -gattungen spezialisiert zu sein. Die Larven dringen manchmal ber die Gehuseffnung ein, hufiger aber fressen sie sich ein rundes Loch durch die Wand des Schneckenhauses. In jedem Stadium wird zunchst die Schnecke gefressen und die leere Schale als Schutz verwendet. Das neue Larvenstadium verlsst das Gehuse in der Regel durch ein zweites selbst geschaffenes Austrittsloch. Als biologischer Grund fr das Verhalten gilt, dass Schnecken sich hufig mit ihrem Gehuse an festen Oberflchen festsetzen, wodurch die Larve gefangen wre. Auerdem ist die Gehuseffnung oft durch Zhne und Grate eingeengt. Letztendlich findet die Verpuppung auch in einem Schneckenhaus statt. In den frhen Larvenstadien kann es vorkommen, dass mehrere Larven gemeinsam in einem Schneckenhaus leben. Die Lebensweise der Larven der Gattung Paradrilus ist unbekannt, aber vermutlich hnlich. Die Schneckenhauskfer sind berwiegend nur von den adulten Mnnchen bekannt und auf Grund ihrer Seltenheit selbst in den grten europabezogenen Kfersammlungen wenig vertreten. Der letzte Nachweis von Paradrilus opacus erfolgte am Ende des 19. Jahrhunderts, sodass es denkbar ist, dass die Art ausgestorben ist. Die Mnnchen der Gattung Selasia werden hufig durch knstliche Lichtquellen angelockt.[1]

Fr viele Arten werden, meist auf schmaler Datenbasis, zwei oder drei Larvenstadien angenommen. Zumindest eine im Labor gehlterte Drilus-Larve fra aber hintereinander acht Schneckenindividuen, jeweils von einer Hutung (im leergefressenen Schneckenhaus) gefolgt. Die Lnge des Lebenszyklus und die Zahl der Larvenstadien sind also mglicherweise grer als frher gedacht[5].

Quelle: WikipediaQuelle: Wikipedia

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