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Singa nitidula (Koch, 1844)} Singa nitidula -  1. Fund (Männchen)
Singa nitidula - 1. Fund (Männchen)


 

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Klasse Collembola (Lubbock, 1870) -- Springschwänze


Unterkategorien
Ordnung Entomobryomorpha (22)

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Die Springschwnze (Collembola) sind eine zu den Sackkieflern (Entognatha) gehrende Klasse der Sechsfer (Hexapoda). Sie erreichen eine Krperlnge von 0,1 mm bis zu 17 mm und finden sich vor allem in Humusschichten nicht zu trockener Bden bis in einige Meter Tiefe sowie an verrottendem Pflanzenmaterial. Dabei besiedeln sie auch so unterschiedliche Habitate wie Regenwlder, kstennahe Uferbereiche,[1] Sanddnen, Wsten[2] oder Schneeflchen im Hochgebirge.[3][4]

Springschwnze zeigen die fr die Hexapoda typische Dreiteilung des Krpers in Kopf, den beintragenden Thorax (Brustkorb) und das Abdomen (Hinterleib). Die meisten Arten sind zwischen 1 und 5 mm lang. Oberirdisch lebende (epedaphische) Arten sind eher dunkel pigmentiert, teilweise mit artspezifischen Frbungsmustern, starker Behaarung und groen Krperanhngen. berwiegend oder ausschlielich im Boden lebende (euedaphische) Arten sind als Anpassung an ihre Lebensweise im Porengefge des Bodens wenig gefrbt bis vllig wei, von kompaktem Krperbau, mit kurzen Antennen, teilweise oder vllig reduzierter Sprunggabel und verringerter Augenzahl. Der Krper ist bei allen Arten nur schwach sklerotisiert, seine Oberflche (Epicuticula) ist mit zahlreichen Mikrotuberkeln besetzt, die im Durchschnitt etwa 0,3 Millimeter messen und wasserabweisend sind. Ein Tracheensystem besitzen nur einige Gruppen der Kugelspringer, die meisten Collembolen atmen ausschlielich ber ihre dnnwandige Cuticula.

Insekten haben normalerweise elf Abdominalsegmente, die Collembola hingegen nur sechs, welche auch bereits whrend der Embryonalentwicklung angelegt werden. Collembolen werden zu den Entognatha gezhlt, da ihre Mundwerkzeuge in einer Mundtasche liegen und uerlich nicht sichtbar sind. Charakteristisch fr die meisten dieser flgellosen Tiere ist ihre Sprunggabel (Furca, manchmal auch Furcula), die sich am vierten Abdominalsegment befindet. Sie besteht aus drei Teilen: dem basalen Manubrium, den langen paarigen Dentes und terminal an diesen je einer kurzen Hakenstruktur, dem Mucro. Zwischen Manubrium und Dentes befinden sich cutinisierte ?Zhne?, die genau in die Haken des Retinaculums, einer Struktur am dritten Abdominalsegment, hineinpassen und so die Furca ventral am Abdomen unter Spannung festhalten. Bei einer Reizung des Tieres lst es diese Verbindung, die Mucrones bohren sich in den Untergrund und der Collembole vollfhrt einen ungerichteten Sprung aus der Gefahrenzone. Die Sprungdistanz betrgt ein Vielfaches seiner eigenen Krperlnge. Bei vielen im Boden lebenden Arten ist die Furca zurckgebildet; einige sondern stattdessen bei Gefahr Wehrsekrete ab, die abschreckend auf ihre Fressfeinde wirken.[5][6] Allen Arten gemein ist der hinter den Beinen gelegene Ventraltubus (Collophor), der sich am ersten Abdominalsegment befindet und vermutlich fr den Wasser- und Elektrolythaushalt eine wichtige Rolle spielt. Mit Hilfe des Ventraltubus knnen sich Springschwnze auch an glatten Oberflchen festhalten und fortbewegen. Von dieser Struktur leitete der englische Naturforscher John Lubbock den wissenschaftlichen Namen Collembola ab, nach dem griechischen kolla ?Leim? und embolon ?Keil, Zapfen?.[7]

Die Komplexaugen der Springschwnze bestehen aus maximal acht Ommatidien, die oft reduziert bzw. ganz zurckgebildet sind. Zwischen der Antennenbasis und dem Ommenfeld findet sich bei den meisten Arten das Postantennalorgan, ein Sinnesorgan in einer Hautvertiefung, das der Chemorezeption dient und den Rest einer zurckgebildeten zweiten Antenne darstellt.[8] Springschwnze erreichen blicherweise ein Alter zwischen sechs und zwlf Monaten, der Altersrekord im Labor liegt bei fnfeinhalb Jahren[9]. In dieser Zeitspanne huten sich die meisten Arten ber 40 Mal[10]. Die Geschlechtsreife erreichen die Jungtiere nach etwa fnf bis acht Hutungen. Ein Weibchen legt in seinem Leben, abhngig von Alter und Fitness, einige hundert Eier,[11] einzeln oder in mehreren Gelegeklumpen [12].

Springschwnze leben am und im Boden, meist bis in zehn Zentimeter Tiefe, aber auch auf Baumrinde, auf der Wasseroberflche, an Meeresksten, auf Gletschern und in Nestern von Ameisen und Termiten. Sie bevorzugen hohe Luftfeuchtigkeit, manche Arten werden durch Kohlenstoffdioxid angelockt.[13]

Durch ihre wasserabweisende Cuticula knnen sie berflutungen des Bodenporensystems in einer Luftblase berstehen oder auf der Wasseroberflche manvrieren. Einige Arten wie der Schwarze Wasserspringer weiden dort gezielt Algen, Bakterien und Einzeller ab. Springschwnze knnen bis zu 14 Tage auf offener See treibend berleben und dabei mehrere hundert Kilometer zurcklegen.[14] Sie erlangen dadurch als Erstbesiedler neuer, steriler Landstriche Bedeutung (s. auch Surtsey). Arten wie Schnee- und Gletscherfloh leben im Lckensystem von Gerll, in Moospolstern und Felsritzen des Hochgebirges und ernhren sich von den auf die Eisflchen gewehten Koniferenpollen und Pilzsporen. Diese Arten sind noch bei Temperaturen um ?5 C aktiv. Arktische Collembolen knnen wenigstens vier Jahre bei -20 C eingefroren berleben.[15]

Von mehreren Arten ist bekannt, dass sie Schwermetalle aus dem Boden aufnehmen und immobilisieren knnen. Unter anderem diese Fhigkeiten machen Collembolen zu wichtigen Erst- und Wiederbesiedlern gestrter oder kontaminierter Bden, etwa von berfluteten Auenbden[16] oder Abraumhalden.[17]

Die ltesten bekannten Fossilfunde von Collembolen sind etwa 400 Millionen Jahre alt. Springschwnze gehren damit zu den ltesten landlebenden Tieren berhaupt, was auch ihre weltweite Verbreitung in fast allen terrestrischen Habitaten erklrt. Dabei bevorzugen sie khle, feuchte Umgebungsbedingungen.

Springschwnze gelten als die hufigsten Sechsfer; in einem Quadratmeter Boden leben in den obersten 30 Zentimetern bis zu 400.000 Individuen. Nach den Milben sind sie damit die individuenreichste Tiergruppe der Mesofauna im Boden. Ihre Hufigkeit orientiert sich an Faktoren wie Lichtverhltnissen, Feuchtigkeit, Humusform, pH-Wert des Bodens und Nhrstoffverfgbarkeit. Dementsprechend treten sie nicht gleichmig verteilt auf, sondern eher konzentriert in ?Hot spot?-Mustern berall dort, wo sie optimale Lebensbedingungen vorfinden. Hier knnen sie kurzfristig Massenbestnde aufbauen und etwa an warmen Wintertagen oder im zeitigen Frhjahr ein aufflliges Schwarmverhalten zeigen.[18]

Die meisten Arten der Springschwnze sind Detritusfresser, sie ernhren sich von zerfallenden pflanzlichen Stoffen, Exkrementen oder Aas. Es gibt neben diesen ?Allesfressern? aber auch Spezialisten, die nur Algen, Pilze und Pollen fressen oder Mikroorganismen abweiden.

Quelle: WikipediaQuelle: Wikipedia

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